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Zwei Bell B30E im Kalkwerk Steyrling

Published: 3rd June 2015
Source: Bell Equipment

Sparmeister beim Marktführer

Die Umstellung von Wand- auf Scheibenabbau machte im oberösterreichischen Kalkwerk Steyrling der voestalpine Stahl GmbH Umstellungen in der Förderkette notwendig. Statt zweier Großradlader im Load & Carry-Einsatz ab Haufwerk investierte die Betriebsleitung in zwei 30-Tonnen-Knicklenker. In eingehenden Vor-Ort-Tests mit genau definierten Anforderungen überzeugte der Bell B30E insbesondere mit einer herausragenden Wirtschaftlichkeit. Ende vergangenen Jahres lieferte der österreichische Bell-Exklusivpartner TERRA Austria zwei 30-Tonner nach Steyrling, die alle Erwartungen übertrafen.

Das Kalkwerk Steyrling der voestalpine Stahl GmbH nahe des oberösterreichischen Kirchdorf an der Krems baut ganzjährig etwa 1,2 Mio. Tonnen Kalkstein ab. Produktionsmengen von rund 390.000 Tonnen Branntkalk und 470.000 Tonnen Splitte machen das Unternehmen nach eigenen Angaben zum führenden österreichischen Hersteller von Branntkalk mit 50 % Marktanteil. Im Zuge der umweltgerechten Erschließung weiterer Rohstoffreserven stellte der vor knapp 60 Jahren gegründete Betrieb seit 2012 seine Gewinnung vom Wandabbau auf Scheibenabbau um. Insbesondere der Materialtransport vom Bergbau ins Kalkwerk über ein aufwändiges Stollen- und Schachtsystem reduziert heute erheblich die Staubbelastung.

Allerdings verlängerten sich durch die Umstellung auf den Scheibenabbau die Wegstrecken in der Förderkette. Bei Distanzen über 200 Meter übernahmen bislang zwei Großradlader im „Load & Carry“-Einsatz mit nachrückender Aufgabestelle den Transport des Rohhaufwerks. Diese Methode war jedoch aus wirtschaftlicher Sicht zu überdenken, denn in diesem Einsatz verbrauchte jeder der beiden Radlader ca. 25 bis 30 l Diesel pro Stunde.

Als neue Transportlösung bot sich der Einsatz von zwei knickgelenkten Muldenkippern der 30-Tonnen-Klasse an, was sich im Probebetrieb mit entsprechenden Mietgeräten bestätigte.  Auf Grundlage der positiven Praxistests erstellten voestalpine-Bergbaubetriebsleiter Mag. DI Wilfried Peyfuß und der Werksleiter-Stellvertreter Ing. Erwin Lungenschmid das Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung. Neben einem optimalen Preis-Leistungsverhältnis bildeten die maximale Wirtschaftlichkeit im Betrieb und zeitgemäße Umwelteigenschaften die Hauptkriterien des Lastenhefts. Zentrale Voraussetzung für die Beschaffung war deshalb das Bestehen eines von der voestalpine Stahl GmbH genau definierten Verbrauchstest vor Ort.

Leistung im Komplettpaket

Als exklusiver Vertriebs- und Servicepartner von Bell Equipment in Österreich schickte die TERRA Austria GmbH den Bell B30E ins Rennen und konnte sich trotz massivem Flotten-Heimvorteil prominenter Wettbewerber durchsetzen. Nach nur acht Wochen Lieferzeit wurden Mitte Dezember zwei Bell B30E in Steyrling übergeben.

Entsprechend der Kundenspezifikationen erhielten beide 30-Tonner „ab Werk“ Muldenerhöhungen von 200 mm sowie eine hydraulische Heckklappe. Beide Maßnahmen steigern das Standardvolumen der Bell-Mulde von 17,5 m³ (SAE 2:1 gehäuft) um gut zwei Kubikmeter. Dank serienmäßiger Onboard-Waage mit „Ladeampel“ lassen sich so im leichten Kalkstein die 28,0 t Nominal-Nutzlast der leer nur knapp über 20 Tonnen fahrenden Bell-6x6 voll ausnutzen. Die an der Muldenschüttkante angeschlagene Hecklappe hält zudem die Fahrwege sauber und erleichtert das kontrollierte Abkippen bei der Trichterbeschickung. Zum umfassenden Terra-Leistungsumfang zählte auch ein eingehendes Vor-Ort-Training, das Fahrern und Wartungstechnikern insbesondere den effizienten Einsatz der umfangreichen Bell-Assistenzsysteme vermittelte.

Erfolg schwarz auf weiß

Auf Anfang Februar 2015 war im Zuge der Endabnahme der entscheidende Verbrauchstest angesetzt. Über den Testzeitraum von einer Stunde wurden Kraftstoffverbrauch und Transportleistung exakt ermittelt: Die Umlaufstrecke auf ebenem, festen Untergrund erreichte bis 140 Meter, beladen wurde der Bell B30E durch einen 70-Tonnen-Bagger mit 4,0-m³ Tieflöffel. Als vertragliches „Soll“ war ein Maximalverbrauch von 10 l/h vereinbart, das Transportvolumen definierte sich über die in Steyrling installierte Anlagenleistung von 500 Tonnen pro Stunde.

Mit 470 t/h bei 7,5 l/h beeindruckte der Bell-Knicklenker nachhaltig: Der B30E erreichte im freilich optimierten Test-Umlauf (ohne Lade-/Entlade-Wartezeiten) die erforderliche Stunden-Tonnage annähernd im Alleingang. Der 240 kW starke 6x6 lag zudem satte 25 Prozent unter der Vorgabe der voestalpine-Verantwortlichen. Gemessen an den Verbrauchsdaten der bisherigen Load & Carry-Radladerlösung ermöglicht das B30E-Duo damit Einsparungen im Bereich von 40 bis 50 Litern pro Stunde!


Seit Ende vergangenen Jahres arbeiten zwei Bell B30E im Kalkwerk Steyrling der voestalpine Stahl GmbH.

 

Mit Muldenerhöhung und Heckklappe lassen sich die 28,0 Tonnen Nutzlast des Bell B30E im Steyrlinger Kalkstein voll ausnutzen.

 

Breite Sohlen mit verlängerten Förderdistanzen zum Aufgeber prägen den Scheibenabbau im Kalkwerk Steyrling.

 

Moment der Wahrheit: TERRA Produkt-Manager Bertram Brunner ermittelt bei der Endabnahme den exakten Dieselverbrauch – 7,5 Liter/Stunde!

 

Hochzufrieden mit der B30E-Performance (v.l.): voestalpine-Bergbaubetriebsleiter Mag. DI Wilfried Peyfuß,
Reiner Eifert und Alexander Schwarzkopf, beide Bell Equipment, sowie TERRA Produkt-Manager Bertram Brunner.